Plana über Plana am kurzen Freitag – 7. Grabungstag

Auch heute ist wieder blendendes Wetter. Aber zum Wochenende sind Schauer und Gewitter angesagt. Um daher unsere Arbeit von gestern nicht untergehen und wegschwimmen zu lassen, setzten wir heute alle Kraft daran, die Dokumentation des Planums in Schnitt 3 zumindest auf zwei Meter Breite zu vervollständigen.

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Während hier also in einer Reihe das Grabungsteam die Fläche noch etwas abtieft, putz der Grabungsleiter das Planum schon mal fotofein. Im Vordergrund müht sich Markus mit dem Freilegen einer Schüttung aus gebranntem Flint ab, ein Geduldsspiel.

Meine Entschuldigung an dieser Stelle an Schnitt 7, der heute nicht mit einem Foto bedacht wurde. Und das, obwohl sie ein phantastisches Planum geputzt und dokumentiert haben. Der dortige Befund, die längliche Verfärbung, zeichnet sich nun endlich auch in der Fläche ab. Somit können wir nächste Woche den Schnitt erweitern, um diese Struktur in ihrer Gänze zu erfassen.

Mehr gibt es an dieser Stelle heute nicht zu berichten, denn da sonst Wochentags immer etwas länger gearbeitet wird, kann Freitags früher Feierabend gemacht werden. Das Grabungsteam hat sich ein paar freie Stunde in der Sonne redlich verdient!

Flugshow und endlich jemand, der sich mit Boden auskennt – 6. Grabungstag

Heute hatten wir 2 Gäste auf der Grabung: Christoph Rinne, Leiter der Abteilung Archäoinformatik des Kieler Institutes, und Uta Lungershausen, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Geographischen Institut.

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Christoph verschaffte uns den lang ersehnten Überblick: Mit Hilfe eines Quadrocopter nahm er Schnitt 3 von oben auf, trotz recht widriger Flugbedingungen und der umgebenden Bäume. Nach den eigentlichen Fotos wurde die Grabungsmannschaft nochmal für ein gemeinsames Winken mit an den Schnittrand gerufen. Der Grabungsleiter selbst ist wieder mal nicht dabei: Einerseits ist er kamerascheu, andererseits musste er den Auslöser bedienen. Dieses Experiment werden wir sicher nochmal bei mehr aufgedeckter Fläche wiederholen.

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Ansonsten gingen in Schnitt 3 Dokumentationarbeiten weiter, so wurden alle Strukturen in der Grabung, z.B. das Kammerpflaster im Vordergrund, aber auch sämtliche Profilschnitte im Planum eingemessen. Daneben wird die Oberfläche des Planums weiterhin um wenige Zentimeter abgetieft, um Strukturen in der Fläche erkennen zu können. Dies geht langsamer voran, als gedacht, der lehmige Boden, inzwischen in der Sonne gebacken, wiedersetzt sich hartnäckig der Entfernung mittels Kelle.
Die Person links im Foto, versteckt in einem Profilschnitt, ist Uta, die hier unser Geoloch inspiziert. Dabei zerstörte sie eine Theorie: der Paläoboden ist doch nur ein relativ junges Wurzelwerk, in welchem sich Eisen- und Magankonkretionen flächig festgesetzt hatten, weshalb es nach einer Schicht aussah. Wohl typisch für Pseudogley-Böden. Aber da musste eben erst einmal jemand kommen, die sich damit auskennt. Dank ihrer Hilfe verstehen wir die Gesamtstruktur der Anlage jetzt viel besser: So können wir nun die alte Bodenoberfläche vor Aufschüttung des Grabhügel inklusive ehemaliger Humusschicht identifizieren, und sind nun auch sicher, dass unter der Kammer natürlicher Boden anfängt. Danke nochmal, Uta! Auch sie kommt vielleicht nochmal mit raus, dann gibt es vielleicht auch ein vernünftiges Foto.

 

Dokumentation, ein offener Schnitt 7 und Paläoboden? – 5. Grabungstag

Auch in Schnitt 7 haben wir nun die Oberfläche der letztjährigen Grabung erreicht. Da wir nicht sicher waren, ob diese auch mit einer Plane gekennzeichnet war, waren wir bisher relativ vorsichtig vorgegangen. Aber, dann kam doch die Plastikschicht zum Vorschein. Darauf konnte alles relativ schnell gehen: Die restliche Verfüllung wurde ausgehoben, die Plane entfernt, und wir wurden mit einem schönen Befund und einem bereits angelegtem Profil innerhalb des Befundes beglückt, auch wenn man dies im Foto oben nicht ganz so deutlich sieht. Neben diesem Arbeitsfoto gibt es natürlich auch die wissenschaftliche Dokumentation, in der die Strukturen deutlicher sichbar sind. Jetzt gilt es, diesen Befund weiter zu untersuchen: Ist es eine Nachbestattung, oder handelt es sich doch nur um einen schnöden umgefallenen Baum (was wir nicht glauben…).

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Jenny, die Schnittleiterin von Schnitt 3, ist nun Herrin der Zettel: Die Profildokumentation wurde heute abgeschlossen, und viele kleine lustige Wimpel flattern nun in der Fläche, auf denen die Schichtnummern vermerkt sind. All dass muss natürlich auch in Listen übertragen und in Befundformularen beschrieben werden. Das kann eine zeitraubende Arbeit sein, aber es ist schließlich der Grund, warum die Grabung geöffnet wird: Dokumentation, nicht Funde, sind das Produkt archäologischer Untersuchungen. Und dann müssen andere Tätigkeiten schon mal warten.
Aber es gibt immer etwas zu tun. Links im Vordergrund kann man sehen, dass wir nun auch das Planum angreifen, und von der im Zustand der Auffindung dokumentierten Fläche einen 2cm Abtrag vornehmen. Die Oberfläche der Altgrabung sieht durch die verstrichene Zeit und das Belaufen relativ gleichmäßig aus, doch ein frischer Aufschluss wird die Strukturen der Grabkammer freilegen.

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Die Botaniker sind nun eingerichtet, und arbeiten erst einmal Probenmaterial ab, dass noch aus der Grabung des letzten Jahres stammt. Bei einer aktuellen Frage konnten sie uns aber auch jetzt schon helfen: In Schnitt 3 haben wir in einem eng begrenzten Bereich mit Hilfe des Spatens einen kleinen, aber tiefen Schacht ausgehoben in einem Bereich, der bisher als natürlicher Boden angesprochen worden ist: Ein sogenanntes „Geoloch“. Dies dient dazu, den Untergrund und die natürlichen Schichten kennen zu lernen, und in unserem Fall auch, um festzustellen, ob sich unter der Grabkammer nicht vielleicht doch noch eine frühere Siedlungsschicht erstreckt. Und prompt trafen wir auch auf eine schwarze Schicht, die zwar keine deutliche Holzkohle enthielt, sonst aber durchaus verdächtig nach menschlichem Handeln aussah. Aber die Botanik gab nach Analyse Entwarnung: Es handelt sich um tief vergrabenes, vergangenes feines Wurzelwerk. Vielleicht haben wir eine von Sand zugewehte alte Bodenoberfläche gefunden, die aber ziemlich wahrscheinlich nichts mit menschlichen Aktivitäten zu tun hat. Wir haben uns morgen eine Geologin eingeladen, die uns weitere Klarheit bringen wird.

Dokumentation und ein Fund, der Hoffnung macht – 4. Grabungstag

Die Arbeiten gehen weiter, heute stand im Schnitt 3 die Dokumentation der Profile im geputzten Zustand auf dem Programm. Mit diesen Informationen können wir an den Stand des letzten Jahres anschließen, außerdem lernen wir so die Fundstelle besser kennen. Die Profile der Südseite des Schnittes sind nun aufgenommen, morgen ist dann die Nordseite an der Reihe.

DSC_0032_smallBeim Putzen eines Teilprofils in der Fläche, welches zur Dokumentation der Standspuren der Trägerstein diente, kam dann ein erstes Highlight zu Tage: Eine Bernsteinperle, vermutlich Doppelaxtform, wie sie für die Trichterbechergruppen typisch ist. Die Perle wurde sofort geborgen und gesichert, weitere Untersuchungen müssen nun unter kontrollierten Bedingungen erfolgen.

DSC_0040_smallDie Crew von Schnitt 7 hat gut lachen, die alten Grabungsgrenzen sind nun sicher lokalisiert, und wir können tiefer gehen, um den in diesem Schnitt wartenden, bisher ungeklärten Befund näher zu untersuchen. Dieser zeichnete sich als Verfärbung im Jahr 2012 ab, konnte damals nicht genauer untersucht werden und könnte eine Nachbestattung in der Hügelschüttung des Grabes darstellen. Reiche Funde sind hier nicht zu erwarten, aber viel spannender ist für die wissenschaftliche Analyse ohnehin die Bodenverfärbung selbst.

 

 

 

 

Niveau der Vorjahresgrabung freigelegt – 3. Grabungstag

War gestern die Oberfläche der Vorjahresgrabung bereits in Teilen sichtbar, so wurde sie heute in der gesamten Fläche des Schnittes 3000 freigelegt und dokumentiert. Zwar noch nicht im geputzten Zustand, das wird uns morgen bevorstehen, aber der Ist-Zustand ist erst einmal aufgenommen, und so kann ab morgen die eigentliche Grabungstätigkeit beginnen.

Die Vermessung wurde durch technische Schwierigkeiten mit AutoCAD leicht aufgehalten. Da schaut auch der Grabungsleiter hilflos, während der sich der Experte wundert. Ein Problem, dass sich erst abends im Büro lösen ließ. DSC_0027_small

Heute stieß auch das Botanik-Team zur Grabung, die sich mit ihrer Schlämmanlage erst einmal eingerichtet haben. Die archäobotanische Untersuchung des Grabes, besonders des Kammerbodens und der Standspuren der Trägersteine, stellen ein wichtiges Element der Untersuchung dar. Neben der eigentlichen Auswertung des Pflanzenmaterials wird es auch darum gehen, gutes datierbares Material für die Altersbestimmung der Anlage zu erhalten.

Ein weiterer Schnitt – 2. Grabungstag

Während die Arbeiten in Schnitt 3000 das Tiefenniveau des Vorjahres erreicht haben, wurde etwa 4 m nordwestlich von ihm Schnitt 7000 eröffnet. Er soll die Natur eines auffälligen Befundes der geomagnetischen Propektion klären, die im Vorfeld der Grabung stattgefunden hatte.

Bis zum Ende des Tages konnte das erste Planum von Schnitt 7000 angelegt und dokumentiert werden.

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Grabungsbeginn – 1. Tag

Die Grabung von 2014 am Megalithgrab LA 69 hat begonnen.  Um nahtlos an die Arbeiten der vergangenen Kampagnen anschließen zu können, wurde zunächst die Verfüllung des derzeit einzigen Schnittes mit einem Bagger und später durch Schaufelkraft entfernt. Schnitt 3000 umfasst die im vergangenen Sommer ergrabene Grabkammer sowie deren Randbereiche.

Das erste Ziel ist es demnach, das Tiefenniveau der vergangenen Grabung zu erreichen und die Arbeiten an der Grabkammer abzuschließen.

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