Noch ein Besucher, ein Befund wird geschnitten – 17. Grabungstag

Da auch unsere Grabung im digitalen Zeitalter angekommen ist, verzichten wir komplett auf Zeichnungen mit Stift und Papier. Boris und Clara messen gerade mit Tachymeter und AutoCAD-Programm einen Befund ein.

DSC_0013Auch heute konnten wir wieder einen Gast begrüßen. Uta Lungershausen half bei der Deutung der Bodenschichten und konnte einiges Licht in unseren Grubenbefund bringen.

DSC_0009Weiterhin konnte in Schnitt 7 das Schneiden des Befundes abgeschlossen und das so entstandene Profil dokumentiert werden. Um was es sich aber genau bei der dunklen Verfärbung handelt, konnte bislang noch nicht geklärt werden.

Von Klingen und Perlen – 16. Grabungstag

Rieke und Daniel halten hier stolz einen der bedeutenden Funde des Tages: Eine Flintklinge mit Sichelglanz. Dieser entsteht durch das Schneiden von Pflanzen und gibt damit sehr direkt einen Hinweis auf ackerbäuliche Aktivitäten. Weiterhin fanden sich heute zwei Bernsteinperlen in einer Tiefe, in der im Grunde nicht mehr mit dieser Art von Funden gerechnet wurde, und einige Keramikscherben, die sich aber leider durchweg in einem sehr schlechten Erhaltungszustand befanden.

DSC_0091Der Wetterumschwung brachte heute einige Regentropfen, so dass nicht immer an allen Teilen von Schnitt 3 gearbeitet werden konnte. Doch lassen sich motivierte Studenten von ein wenig Luftfeuchtigkeit nicht entmutigen und so kamen die Arbeiten trotzdem recht gut voran. Während einige Quadranten weiter abgetieft und Flintschüttungen abgenommen wurden, lief die Dokumentation der freigelegten Befunde weiter auf hochtouren.

DSC_0082Schnitt 7 gelang es die dunkle Verfärbung gänzlich freizulegen und zu dokumentieren. So konnte die Mannschaft im folgenden damit beginnen den Befund zu schneiden, um die Entwicklung in tieferen Schichten zu beobachten und gleichzeitig ein Profil im Querschnitt zu erhalten.

 

Der Tag an dem Besucher kamen – 15. Grabungstag

Jorna und Jan waren heute die Stammbesetzung in der Fundbearbeitung. Sie kümmerten sich um das Wohlergehen aller Funde von der Aufnahme über die Säuberung bis zum Eintüten und dem Transport ins Institut.

Durch das gute Wetter kam die Grabung heute gut voran. In Schnitt 7 wurde die Erweiterung auf das Niveau des Schnittes abgetieft und in Schnitt 3 wurden Flintschüttungen abgetragen, Sedimentproben entnommen und munter dokumentiert.

Zusätzlich zum Grabungsalltag konnten wir einige Besucher auf der Fläche willkommen heißen. Den Anfang machte Christoph Rinne von der Archäoinformatik, der erneut Luftbilder von Schnitt 3 mit seinem Quadrocopter anfertigte.

DSC_0010Nach dem Frühstück hatten wir einen Termin mit der Presse: Annemarie Heckmann und Björn Schaller von den Kieler Nachrichten ließen sich von Martin in den bisherigen Stand der Arbeiten einweisen. Ein Artikel wird in den nächsten Tagen erscheinen und einen Einblick in die Grabungskampagne liefern.

DSC_0052Den Abschluss machte Johannes Müller, Leiter der Abteilung Urgeschichte von der UFG Kiel, um sich als oberster Grabungsleiter einen Überblick der Forschritte geben zu lassen.

 

 

Eine Grube und ein hart erkämpftes Planum – 14. Grabungstag

Um sichergehen zu können, dass kein Fund übersehen wird, wird der abgetragene Boden aus beiden Schnitten stets gesiebt bevor er auf dem Abraum landet. Aufgrund des Regens am Wochenende und der dadurch resultierenden Nässe, konnte nicht in allen Teilen der Schnitte gearbeitet werden. Die Siebmanchaft konnte heute also nicht über Langeweile klagen, da dieser Verzug endlich wieder bereinigt werden konnte.

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In Schnitt 3 wurde beim Abtiefen des süd-östlichen Bereiches (hinten rechts im Bild) eine Grube lokalisiert, die in dieser Tiefe nicht erwartet wurde. Wie diese allerdings zu bewerten ist, kann zur Zeit noch nicht geklärt werden.

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Endlich kann das Team aus Schnitt 7 wieder lachen. Nachdem sie sich tagelang durch betonharten Boden gekämpft hatten, tat ihnen das schlichte Putzen und Dokumentieren des Planums sichtlich gut.

Für eine Hand voll Matsch – 13. Grabungstag

Dank des doch recht ausgiebigen Regen, der Wangels am Wochenende heimgesucht hatte, bestand die erste Aufgabe für die Grabungsmannschaft darin die Schnitte so weit wie möglich trocken zu legen.

Leider erreichte die Feuchtigkeit in Schnitt 7 nicht die betonharten Ecken, die noch abgetragen wurden mussten. So nagte sich das Team nach dem Trockenlegen wieder durch den Boden.

DSC_0025Zum Glück hatte es Schnitt 3 nicht ganz zu schlimm erwischt. Dort konnte das erste Planum der Schnitterweiterung geputzt und dokumentiert werden. Allerdings erst nachdem die Baumwurzel der Arbeitswut der Mannschaft gewichen war.

DSC_0037Letztlich wurde das Zwischenplanum, hier links, mittig im Bild, um 20 cm verbreitert. Auf diese Weise soll man sich Stück für Stück den Standspuren der ehemaligen Orthostaten annähern.

Verdammt harter Boden – 12. Grabungstag

Obwohl es heute nur ein kurzer Arbeitstag war, gelingt es der Besatzung von Schnitt 7 nur halbherzig gute Miene zum bösen Boden zu machen. Wo der Boden von Schnitt 3 noch vor wenigen Tagen zu nass war,  um ein vernüftiges Planum zu putzen, schien er heute in 7 schlicht aus Beton zu sein.

DSC_0007Tapfer meißelte man sich durch harten Lehm und wurde kurz vor Arbeitsschluss auch mit der Andeutung einer hübschen Steinsetzung belohnt. Wie diese interpretiert werden kann,  ist allerdings noch unklar.

DSC_0008In Schnitt 3 verliefen dagegen die Arbeiten wie geplant. Die Steinsetzung, die noch gerade am mittigen, rechten Bildrand zu erahnen ist, wurde weitgehend freigelegt und dokumentiert und der Schnitt im Südwesten erweitert. Während sich die Besatzung von 7 durch Lehm arbeitete, focht man in 3 einen Kampf gegen eine Baumwurzel aus.

 

 

 

Tag der Keramik – 11. Grabungstag und Halbzeit

Jan trägt hier stolz den Fund des Tages: Ein leider ziemlich zerdrücktes Keramikgefäß, dass im Eingangsbereich außerhalb des Grabes in Schnitt 3 gefunden und en bloc geborgen wurde. Das bedeutet, dass wir es mitsamt der umgebenden Erde im Stück herausgehoben haben, damit es unter kontrollierten Bedingungen im Institut „ausgegraben“, beprobt und restauriert werden kann. Der Fund war unverhofft, glaubten wir doch, dass die letzten Grabungsmannschaften bereits alle „bedeutenden“ Funde abgeräumt haben. Aber gerade neben den Eingängen von Megalithgräbern sind oft Bereiche, in denen vielleicht Opfergaben an die Bestatteten niedergelegt wurden. Hier findet man häufig Keramikscherben, seltener ganze Gefäße.

 

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Schnitt 7 wollte sich nicht lumpen lassen. Neben einem Abschlag, der vielleicht von einem Flintbeil stammt, wurde auch ein Keramikfund ausgerufen. Der Grabungsleiter eilte herbei, und barg nach erster Skepsis innerhalb 15 min Arbeit in steinhartem Boden eine Scherbe… Allerdings übertraf deren Größe nicht gerade alle Erwartungen. Sorry, Schnitt 7, bei dem Boden und der Arbeit habt ihr eigentlich mehr Erfolgserlebnisse verdient!

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Ansonsten gingen auch die Arbeiten in Schnitt 3 weiter, der Profilschnitt wurde außerhalb der Kammer ausgesteckt und der ehemalige Oberboden wurde abgetragen. Funde wurden hierbei erwartungsgemäß so gut wie keine gemacht. Nachdem die Strukturen im Boden dokumentiert sind, werden wir den Schnitt morgen in den natürliche Boden abtiefen, um uns dann an die Standspuren von der Ostseite des Grabes anzunähern. Auf dem Foto sieht man rechts auch, dass das nördliche Steinpflaster auf dem Profilsteg nach Dokumentation der Lage jedes einzelnen Steines und einer Beprobung für die 14-C Datierung der Schicht entfernt worden ist. Das südliche Pflaster bleibt bis nächste Woche, wenn uns die Pollenanalytiker der Archäobotanik des Institutes besuchen, um von Ort nochmal Proben zu nehmen, die über den Pflanzenbestand zur Zeit der Errichtung Aussagen ermöglichen werden.

 

Neue Steine in der 7 und neues Profil in der 3 – 10. Grabungstag

Der angekündigte Regen blieb aus, die Sonne versteckte sich auch: Bestes Grabungs- und Dokumentationswetter. Das Beitragsbild oben greift vor, denn hier hat ein Teammitglied schon mal seine Begeisterung für das neue Profil und seine allgemeine Liebe für diese Grabung beim Anschnitt in Herzform ausdrücken müssen. Doch der Reihe nach:

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Lang ersehnt und nun durchgeführt wurde das Putzen der Gesamtfläche des Schnittes 3, zumindest, soweit wir ein Planum haben.  Die Befunde wurden gezeichnet und eingemessen, soweit sie zu erkennen waren, die Bodenverhältnisse erleichtern dies nicht gerade, zu gleich sind sich die einzelnen Schichten. Insgesamt konnten wir die Standspuren der Trägersteine des Grabes wiedererkennen, welche schon in den vorherigen Grabungen entdeckt wurden, was allerdings nicht ganz einfach war. Die Höhe der Fläche wurde gemessen, und nun ist der Weg frei, einen neuen Profilschnitt anzulegen. Mit diesem sollen die Standspuren auch in der Vertikalen dokumentiert werden.

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In Schnitt 7 kamen weitere Steine zu Tage, die durchaus eine Struktur, vielleicht eine Art Umfassung bilden könnten. Der Verdacht auf menschlichen Eingriff verstärkt sich hier also, ein Grab wird wahrscheinlicher. Leider ist der Boden Norddeutschlands zu sauer, als dass sich hier Knochen erhalten würden. Auch Grabbeigaben wären willkommen, aber hier scheint bislang nichts derartiges vorhanden zu sein. Zu schade, das würde einiges einfacher machen.

Von Bodenproben und Steinsetzungen – 9. Grabungstag

Bei bestem Grabungswetter wurden die Arbeiten an Schnitt 3 und 7 wieder aufgenommen. Da der Boden von 3 noch zu nass für das Anlegen eines Planums war, wurde hier gut gelaunt begradigt, freigelegt und Profile dokumentiert.

DSC_0114Von Grabungsmüdigkeit ist noch nichts zu bemerken. Noch packt sogar der Chef persönlich fröhlich mit an.

 

DSC_0085Auch die Archäobotanik dürfte wieder eifrig mitmischen. Während ihr Team noch mit Schlämmen beschäftigt war, nahm Wiebke Kirleis bereits weitere Bodenproben aus den Profilen von Schnitt 3.

 

DSC_0106In Schnitt 7 zeigten sich die ersten Steine einer möglichen Steinsetzung. Um was es sich dabei aber handeln könnte, ist zu diesem Zeitpunkt noch unklar. Auch hübschere Bilder der Steine blieben bis zum Feierabend aus, obwohl sich die Mannschaft von 7 wirklich bemühte das zu kompensieren.

 

Funde für die 7 und ein feuchter Schnitt 3 – 8. Grabungstag

Um die Scharte von Freitag auszuwetzen, bekommt Schnitt 7 nun mal endlich wieder das Beitragsfoto. Und sie haben es sich verdient, immerhin gibt es nun die ersten „richtigen“ Funde. Gut, zwar nur 2 Keramikscherben ohne Verzierung, und auch vielleicht nicht die allergrößten, aber immerhin: Sie stammen aus dem verdächtigen Befund, und sie sind von anderer Machart als diejenigen, die bislang aus dem Grab selbst stammen. Leider reichen sie noch nicht aus, um sich auf eine Datierung festzulegen, die genauer ist als „urgeschichtlich“, aber es ist ein Anfang.

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Schnitt 3 musste allerdings gleich nachziehen: Da es am Wochenende geregnet hat, war unser Planum feucht. Das ist einerseits gut, da der betonharte Lehm nun endlich leicher bearbeitbar ist, aber die Natur ist übers Ziel hinausgeschossen, die Fläche war zu nass, als das sie hätte sinnvoll fotofein geputz werden können.
Daher wurde die Arbeit auf andere Bereiche ausgelagert, und ein Bereich vor der Kammer geputzt sowie an mehreren Stellen Standspuren, die Flintschüttung und der Eingangsbereich freigelegt. Und dabei kamen 2 (größere) Scherben sowie Fragmente einer weiteren Bernsteinperle zum Vorschein. Es scheint fast so, als wolle Schnitt 3 der 7 keinen Triumph gönnen.

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Bei den Abträgen kamen auch wieder die Siebe zum Einsatz, mit Hilfe derer auch kleinste Funde noch geborgen werden können. So können auch unscheinbare Objekte, die aber große Aussagekraft haben können, noch geborgen und auf den Quadratmeter genau zugeordnet werden.

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Noch feinere Siebe benutzt die Botanik-Crew um Wiebke Kirleis. Da wir aufgrund der Verzögerungen wieder kein neues Probenmaterial liefern konnten, behalf man sich mit Proben eines bandkeramischen Fundplatzes. Der Boden wäre auch viel einfacher zu schlämmen, wurde uns erzählt. Ab morgen werden sie sich dann aber hoffentlich wieder mit holsteiner Boden begnügen müssen. Basta!