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Dokumentation, ein offener Schnitt 7 und Paläoboden? – 5. Grabungstag

Auch in Schnitt 7 haben wir nun die Oberfläche der letztjährigen Grabung erreicht. Da wir nicht sicher waren, ob diese auch mit einer Plane gekennzeichnet war, waren wir bisher relativ vorsichtig vorgegangen. Aber, dann kam doch die Plastikschicht zum Vorschein. Darauf konnte alles relativ schnell gehen: Die restliche Verfüllung wurde ausgehoben, die Plane entfernt, und wir wurden mit einem schönen Befund und einem bereits angelegtem Profil innerhalb des Befundes beglückt, auch wenn man dies im Foto oben nicht ganz so deutlich sieht. Neben diesem Arbeitsfoto gibt es natürlich auch die wissenschaftliche Dokumentation, in der die Strukturen deutlicher sichbar sind. Jetzt gilt es, diesen Befund weiter zu untersuchen: Ist es eine Nachbestattung, oder handelt es sich doch nur um einen schnöden umgefallenen Baum (was wir nicht glauben…).

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Jenny, die Schnittleiterin von Schnitt 3, ist nun Herrin der Zettel: Die Profildokumentation wurde heute abgeschlossen, und viele kleine lustige Wimpel flattern nun in der Fläche, auf denen die Schichtnummern vermerkt sind. All dass muss natürlich auch in Listen übertragen und in Befundformularen beschrieben werden. Das kann eine zeitraubende Arbeit sein, aber es ist schließlich der Grund, warum die Grabung geöffnet wird: Dokumentation, nicht Funde, sind das Produkt archäologischer Untersuchungen. Und dann müssen andere Tätigkeiten schon mal warten.
Aber es gibt immer etwas zu tun. Links im Vordergrund kann man sehen, dass wir nun auch das Planum angreifen, und von der im Zustand der Auffindung dokumentierten Fläche einen 2cm Abtrag vornehmen. Die Oberfläche der Altgrabung sieht durch die verstrichene Zeit und das Belaufen relativ gleichmäßig aus, doch ein frischer Aufschluss wird die Strukturen der Grabkammer freilegen.

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Die Botaniker sind nun eingerichtet, und arbeiten erst einmal Probenmaterial ab, dass noch aus der Grabung des letzten Jahres stammt. Bei einer aktuellen Frage konnten sie uns aber auch jetzt schon helfen: In Schnitt 3 haben wir in einem eng begrenzten Bereich mit Hilfe des Spatens einen kleinen, aber tiefen Schacht ausgehoben in einem Bereich, der bisher als natürlicher Boden angesprochen worden ist: Ein sogenanntes „Geoloch“. Dies dient dazu, den Untergrund und die natürlichen Schichten kennen zu lernen, und in unserem Fall auch, um festzustellen, ob sich unter der Grabkammer nicht vielleicht doch noch eine frühere Siedlungsschicht erstreckt. Und prompt trafen wir auch auf eine schwarze Schicht, die zwar keine deutliche Holzkohle enthielt, sonst aber durchaus verdächtig nach menschlichem Handeln aussah. Aber die Botanik gab nach Analyse Entwarnung: Es handelt sich um tief vergrabenes, vergangenes feines Wurzelwerk. Vielleicht haben wir eine von Sand zugewehte alte Bodenoberfläche gefunden, die aber ziemlich wahrscheinlich nichts mit menschlichen Aktivitäten zu tun hat. Wir haben uns morgen eine Geologin eingeladen, die uns weitere Klarheit bringen wird.

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