Ende einer Kampange – Letzter Grabungstag

Es ist vollbracht. Mit ein wenig Wehmut ging die Grabungskampagne Wangels 2014 zu Ende. DSC_0007Die letzten Befunde wurden dokumentiert, die letzten Funde gesäubert und aufgenommen und die letzten paar Regentröpfchen (von denen wir aber nicht wirklich viele hatten) genossen.

DSC_0082Zuletzt wurden wie auch in Schnitt 7 Planen und Schalbretter im Schnitt ausgebreitet um nachfolgenden Kollegen die Arbeit zu erleichtern. So bleibt an dieser Stelle nur noch zu sagen: Es war eine interessante, spannende, wenn auch arbeitssame Grabung. Das Team verabschiedet sich hiermit. Vielleicht liest man sich im nächsten Jahr.

 

Ein ganzer Topf Marke Trichterbecher – 21. Grabungstag

Becky hält stolz die Errgungenschaft des Tages in den Händen. Das sorgfältige und langsame Freipräparieren, dass mehrere Stunden in Anspruch nahm, zahlte sich am Ende aus. Das über 5000 Jahre alte Gefäß ist in einem sehr guten Zustand.

DSC_0039Durch den Bodendruck ist es nur leicht verformt und beschädigt. Deutlich sind die Verzierungen unter dem Rand zu erkennen. Weitere Muster fanden sich unter der Gefäßschulter.

Unerwartete Funde – 20. Grabungstag

Die letzte Standspur der ehemaligen Orthostaten der Grabkammer enthielt eine besondere Überraschung. Zunächst kam während des Abnehmens der Bodenschichten nur der kleine Teil einer Bernsteinperle zum Vorschein.

DSC_0008Leider erwies sich ihr Erhaltungszustand als eher schlecht, so dass sie trotz der sehr vorsichtigen Arbeiten durch den Chef selbst nur zerborchen beborgen werden konnte. Trotzdem konnte der Tag als voller Erfolg verbucht werden, denn unterhalb der Perle wurde ein Teil eines möglicherweise vollständigen Gefäßes entdeckt. Um die Keramik aber nicht durch hektische Arbeiten zu gefährden, wurde ihre Bergung auf den nächsten Tag verschoben.

DSC_0009Aber wenigstens konnte sich die Mannschaft über die Bernsteinperle freuen. Wohl ein kleiner Vorgeschmack auf morgen.

Ein Schnitt ist am Ende und die Suche nach Pflugspuren – 19. Grabungstag

Der vorerst letzte Besucher der Grabung war heute Jan Piet Brozio, der sich ebenfalls über den Fortschritt der Arbeiten aufklären ließ. Jan Piet leitete die Kampagne 2012 und hat seinen derzeitigen Forschungsschwerpunkt auf den Oldenburger Graben gelegt.

DSC_0028Nach der Dokumentation der möglichen Pflugspuren lief die Suche nach weiteren Befunden dieser Art in Schnitt 3 an. Während ein Teil des Teams fieberhaft dokumentierte, tiefte der andere Teil weitere Bereiche des Schnittes ab.

DSC_0055Nachdem die dunkle Verfärbung vollständig abgetragen (ohne nennenswerte Funde) und fertig dokumentiert worden war, konnten die Arbeiten an Schnitt 7 beendet werden. Die Planen und Schalbretter verbleiben in der Grube um die leichte Auffindung des Arbeitsniveaus in späteren Grabungen zu ermöglichen.

Mehr Keramik und mögliche Pflugspuren – 18. Grabungstag

Die letzte Woche beginnt, und nun müssen wir schauen, was wir dieses Jahr noch schaffen. Da passt es dann gar nicht, wenn eine größere Ansammlung Keramik an unpassender Stelle zu Tage tritt. Aber dass war eigentlich zu erwarten, wenn Jorna im Spiel ist, schließlich hat sie auch das zerdrückte Gefäß gefunden, dass wir en bloc geborgen haben. Auch dieser Fund wurde nun gesichert und abtransportiert. Natürlich freut man sich über jedes Gefäß, zumal, wenn es verziert ist, aber das vorsichtige Freilegen und Bergen kostet natürlich Zeit.

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Ein weiteres Highlight waren heute mögliche Pflugspuren, die sich auf diesem Bild verstecken. Die kamen schon Freitag zum Vorschein, und haben das Wochenende dank umfangreichen doppelten Abplanens gut überlebt. Hier im Bild begutachtet eine Abordnung der Kieler Archäobotaniker, Abteilung Pollenanalyse, den Befund, der darauf auch gleich beprobt wurde. Wir haben ihn dann dokumentiert, eine Probenentnahme unsererseits zur Altersbestimmung ist auch schon vorgenommen. Neolithische Pflugspuren sind inzwischen nichts absolut außergewöhnliches, dennoch aber selten genug, um hohes Interesse zu wecken.

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In Schnitt 7 ist der Befund weiter rätselhaft. Nun haben wir ihn auch in der Längsrichtung geschnitten und dokumentiert, er wird jetzt vorsichtig abgebaut, auf Funde gesichtet (bisher leider keine) und beprobt. Doch manchmal bleiben Befunde einfach geheimnisvoll.

Zum Abschluss des Tages wurde das Team dann von einem Gewitter zum zügigen, aber planvollen Rückzug gezwungen. Bleibt zu hoffen, dass uns das Wetter auch die letzte Woche noch gewogen bleibt.

Noch ein Besucher, ein Befund wird geschnitten – 17. Grabungstag

Da auch unsere Grabung im digitalen Zeitalter angekommen ist, verzichten wir komplett auf Zeichnungen mit Stift und Papier. Boris und Clara messen gerade mit Tachymeter und AutoCAD-Programm einen Befund ein.

DSC_0013Auch heute konnten wir wieder einen Gast begrüßen. Uta Lungershausen half bei der Deutung der Bodenschichten und konnte einiges Licht in unseren Grubenbefund bringen.

DSC_0009Weiterhin konnte in Schnitt 7 das Schneiden des Befundes abgeschlossen und das so entstandene Profil dokumentiert werden. Um was es sich aber genau bei der dunklen Verfärbung handelt, konnte bislang noch nicht geklärt werden.

Von Klingen und Perlen – 16. Grabungstag

Rieke und Daniel halten hier stolz einen der bedeutenden Funde des Tages: Eine Flintklinge mit Sichelglanz. Dieser entsteht durch das Schneiden von Pflanzen und gibt damit sehr direkt einen Hinweis auf ackerbäuliche Aktivitäten. Weiterhin fanden sich heute zwei Bernsteinperlen in einer Tiefe, in der im Grunde nicht mehr mit dieser Art von Funden gerechnet wurde, und einige Keramikscherben, die sich aber leider durchweg in einem sehr schlechten Erhaltungszustand befanden.

DSC_0091Der Wetterumschwung brachte heute einige Regentropfen, so dass nicht immer an allen Teilen von Schnitt 3 gearbeitet werden konnte. Doch lassen sich motivierte Studenten von ein wenig Luftfeuchtigkeit nicht entmutigen und so kamen die Arbeiten trotzdem recht gut voran. Während einige Quadranten weiter abgetieft und Flintschüttungen abgenommen wurden, lief die Dokumentation der freigelegten Befunde weiter auf hochtouren.

DSC_0082Schnitt 7 gelang es die dunkle Verfärbung gänzlich freizulegen und zu dokumentieren. So konnte die Mannschaft im folgenden damit beginnen den Befund zu schneiden, um die Entwicklung in tieferen Schichten zu beobachten und gleichzeitig ein Profil im Querschnitt zu erhalten.

 

Der Tag an dem Besucher kamen – 15. Grabungstag

Jorna und Jan waren heute die Stammbesetzung in der Fundbearbeitung. Sie kümmerten sich um das Wohlergehen aller Funde von der Aufnahme über die Säuberung bis zum Eintüten und dem Transport ins Institut.

Durch das gute Wetter kam die Grabung heute gut voran. In Schnitt 7 wurde die Erweiterung auf das Niveau des Schnittes abgetieft und in Schnitt 3 wurden Flintschüttungen abgetragen, Sedimentproben entnommen und munter dokumentiert.

Zusätzlich zum Grabungsalltag konnten wir einige Besucher auf der Fläche willkommen heißen. Den Anfang machte Christoph Rinne von der Archäoinformatik, der erneut Luftbilder von Schnitt 3 mit seinem Quadrocopter anfertigte.

DSC_0010Nach dem Frühstück hatten wir einen Termin mit der Presse: Annemarie Heckmann und Björn Schaller von den Kieler Nachrichten ließen sich von Martin in den bisherigen Stand der Arbeiten einweisen. Ein Artikel wird in den nächsten Tagen erscheinen und einen Einblick in die Grabungskampagne liefern.

DSC_0052Den Abschluss machte Johannes Müller, Leiter der Abteilung Urgeschichte von der UFG Kiel, um sich als oberster Grabungsleiter einen Überblick der Forschritte geben zu lassen.

 

 

Eine Grube und ein hart erkämpftes Planum – 14. Grabungstag

Um sichergehen zu können, dass kein Fund übersehen wird, wird der abgetragene Boden aus beiden Schnitten stets gesiebt bevor er auf dem Abraum landet. Aufgrund des Regens am Wochenende und der dadurch resultierenden Nässe, konnte nicht in allen Teilen der Schnitte gearbeitet werden. Die Siebmanchaft konnte heute also nicht über Langeweile klagen, da dieser Verzug endlich wieder bereinigt werden konnte.

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In Schnitt 3 wurde beim Abtiefen des süd-östlichen Bereiches (hinten rechts im Bild) eine Grube lokalisiert, die in dieser Tiefe nicht erwartet wurde. Wie diese allerdings zu bewerten ist, kann zur Zeit noch nicht geklärt werden.

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Endlich kann das Team aus Schnitt 7 wieder lachen. Nachdem sie sich tagelang durch betonharten Boden gekämpft hatten, tat ihnen das schlichte Putzen und Dokumentieren des Planums sichtlich gut.

Für eine Hand voll Matsch – 13. Grabungstag

Dank des doch recht ausgiebigen Regen, der Wangels am Wochenende heimgesucht hatte, bestand die erste Aufgabe für die Grabungsmannschaft darin die Schnitte so weit wie möglich trocken zu legen.

Leider erreichte die Feuchtigkeit in Schnitt 7 nicht die betonharten Ecken, die noch abgetragen wurden mussten. So nagte sich das Team nach dem Trockenlegen wieder durch den Boden.

DSC_0025Zum Glück hatte es Schnitt 3 nicht ganz zu schlimm erwischt. Dort konnte das erste Planum der Schnitterweiterung geputzt und dokumentiert werden. Allerdings erst nachdem die Baumwurzel der Arbeitswut der Mannschaft gewichen war.

DSC_0037Letztlich wurde das Zwischenplanum, hier links, mittig im Bild, um 20 cm verbreitert. Auf diese Weise soll man sich Stück für Stück den Standspuren der ehemaligen Orthostaten annähern.